Cholesterinmythen unter der Lupe

Cholesterinmythen unter der Lupe

Bei Fettstoffwechselstörungen wie erhöhten Triglycerid- und Cholesterinwerten wird ein individuell angepasster Ernährungs- und Lebensstil angestrebt. Aber gerade dazu kursieren viele Mythen und Fakten – denn die Ernährungswissenschaft entwickelt sich stetig weiter. Neue Erkenntnisse verändern bisherige Therapieansätze und bestehende Konzepte werden wissenschaftlich untermauert oder gar verworfen. Wir fühlen einigen Meinungen und Fragestellungen etwas auf den Zahn:

Sind hohe Cholesterinwerte schädlich für den Körper?

Langezeit galten hohe Cholesterinwerte als hauptsächlicher «Sündenbock» für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Heute wissen wir, dass auch die individuelle Familien- und Krankheitsgeschichte, Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht und Bewegungsmangel wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Neben den Cholesterinwerten benötigt es also immer auch eine ganzheitliche Betrachtung und medizinische Beurteilung der gesamten Situation.

Ist eine Diät bei hohen Cholesterinspiegeln notwendig?

Nein. Eine strenge Diät mit einem Verzicht auf Eier und Speck ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht notwendig. Zum grössten Teil wird das Cholesterin im Körper selbst produziert. Diese körpereigene Produktion reduziert sich je nach Cholesterinzufuhr. So besteht zwischen Eigenproduktion und Aufnahme über die Nahrung ein gewisses Gleichgewicht. Ihre Gesundheit, ihr Herz-Kreislaufsystem und ihr Gewicht werden es Ihnen aber danken, wenn sie dennoch gesund und ausgewogen essen.

Mythos: Hohe Cholesterinspiegel haben nur ältere Menschen

Die Cholesterinwerte im Blut werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst – unter anderem auch durch das Alter. Es ist also normal, dass die Cholesterinwerte mit zunehmendem Alter steigen. Frauen haben nach der Menopause beispielsweise einen höheren Cholesterinspiegel als vorher. Es gibt jedoch auch Kinder und junge Menschen, die bereits hohe Cholesterinwerte aufweisen – beispielsweise bei einer familiären Hypercholesterinämie.

Kann Cholesterin «böse» oder «gut» sein?

Zur Kontrolle der Blutfettwerte werden das Gesamt-Cholesterin, das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein) und das HDL (High Density Lipoprotein) beim Arzt gemessen. Das LDL-Cholesterin bringt das in der Leber produzierte Cholesterin zu den Organen. Das HDL-Cholesterin transportiert das überschüssige Cholesterin zurück in die Leber. Aus diesem Grund wird ein höheres HDL-Cholesterin im Verhältnis zum LDL-Cholesterin positiver gewertet. Dieses Verhältnis bestimmt der Arzt mit Hilfe des HDL/LDL-Quotienten und spricht dann in diesem Zusammenhang zum leichteren Verständnis vom «guten» und «schlechten» Cholesterin. Dieser Wortlaut ist zwar für den Laien einfach verständlich – jedoch nicht ganz korrekt. Der Körper braucht nämlich beide Formen, um lebensnotwendige Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Zudem sind die LDL- und HDL-Cholesterinwerte wichtige Bestandteile innerhalb einer aussagekräftigen, ärztlichen Betrachtung der gesamten Situation.

Hohe Cholesterinwerte durch Eier?

Das Cholesterin, das wir täglich mit der Nahrung aufnehmen, wurde in den letzten Jahrzehnten deutlich überbewertet. Studien haben gezeigt, dass Nahrungscholesterin allein, beispielsweise aus einem Ei, keinen wesentlichen Einfluss auf das Cholesterin im Blut hat. Wie stark der Körper das Cholesterin aus der Nahrung aufnimmt, ist zudem von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Entscheidend ist also weniger die Menge, die über die Nahrung aufgenommen wird, sondern viel mehr der Einfluss einer ausgewogenen Ernährung mit hochwertigen Fettsäuren und ausreichenden Nahrungsfasern. Eine cholesterinarme Diät oder der alleinige Verzicht auf Eier ist also wenig wirkungsvoll. Entscheidend und anstrebenswert ist und bleibt jedoch die Umstellung auf eine gesunde Ernährung.

Kann eine kohlenhydratbewusste Ernährung die Blutfettwerte senken?

In Studien wurde beobachtet, dass sich eine kohlenhydratarme Ernährung positiv auf die Blutfettwerte und den Cholesterinspiegel auswirkt. Die Reduktion der Kohlenhydratzufuhr zeigt bereits nach wenigen Wochen ein Rückgang der Triglyceridwerte und des eher ungünstigen LDL-Cholesterins. Auch eine Gewichtsreduktion kann von einer reduzierten Kohlenhydratzufuhr durchaus profitieren. Dadurch senkt sich auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Ist Butter bei hohen Cholesterinwerten erlaubt?

Butter ist ein natürliches Produkt. Der Cholesteringehalt von Butter ist kein Grund, auf den Genuss zu verzichten. Eine Butterportion von 10 Gramm enthält lediglich 24 Milligramm Cholesterin. Bei einer Tageszufuhr von 300 Milligramm Cholesterin im Rahmen einer gesunden Ernährung fällt das nicht wirklich ins Gewicht. Einem bewussten Butterkonsum innerhalb einer ausgewogenen Ernährungsweise steht deshalb auch bei hohen Cholesterinwerten nichts im Wege.

Weissbrot oder Vollkornbrot bei hohen Cholesterinwerten?

Vollkornbrot enthält cholesterinsenkende Nahrungsfasern, die Ballaststoffe. Diese binden im Verdauungstrakt die fettverdauenden Gallensäuren. Diese wiederum baut der Körper aus Cholesterin auf. So «verbrauchen» Ballaststoffe im Körper das Cholesterin für die Herstellung von Gallensäure. Cholesterinsenkende Ballaststoffe sind aber nicht nur im Vollkornbrot enthalten, sondern auch in anderen Vollkorngetreiden, Hülsenfrüchten, Nüssen sowie Salat, Gemüse und Obst. Wenn sie also im Alltag auf eine nahrungsfaserreiche Kost achten, dürfen Sie am Wochenende gerne ein paar Scheiben Zopf geniessen.

Bewegung und Cholesterin – wie viel braucht es wirklich?

Regelmässige Bewegungseinheiten und eine gute Fitness haben einen günstigen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Herz-Kreislauf-System. Ausdauerbetonte sportliche Aktivitäten wie beispielsweise Joggen und Schwimmen haben einen besonders grossen Einfluss auf den Cholesterinspiegel, da diese das Verhältnis zwischen dem HDL- und LDL-Cholesterin verbessern können. Je länger und regelmässiger Ausdauersport betrieben wird, desto höher ist die Konzentration des HDL-Cholesterins – unabhängig von Alter und Geschlecht. Eine nachhaltige Veränderung des Cholesterinspiegels ist jedoch nur bei regelmässigem Ausdauertraining zu erwarten. Untersuchungen zeigen, dass mindestens 15 Kilometer pro Woche gelaufen werden müssen, um den Cholesterinwert um etwa 10-15 Prozent zu senken. Eine halbe Stunde Ausdauertraining pro Tag braucht es also – egal ob es um ihren Cholesterinspiegel, ihre Fitness oder Gesundheit geht.

Ersetzen cholesterinsenkende Pflanzenstanole eine medikamentöse Therapie?

Nein. Statine verhindern die Synthese von Cholesterin in der Leber – im Gegensatz zu Pflanzenstanolen, welche die Aufnahme von Cholesterin im Darm blockieren. Aufgrund dieser unterschiedlichen Mechanismen unterstützt sich die cholesterinsenkende Wirkung von Statinen und Pflanzenstanolen gegenseitig. Nehmen Patienten zusätzlich zu cholesterinsenkenden Statinen auch Pflanzenstanole zu sich, verringert sich der LDL-Cholesterinspiegel durchschnittlich um weitere 10 Prozent. Pflanzenstanole können jedoch eine medikamentöse Therapie nicht ersetzen.

2 Kommentare
  1. Möckel Maria sagte:

    Guten Tag
    Vor ca 1 Jahr hatte ich mich bei ihnen gemeldet. Ich hatte 8 Cholesterin gesamt und war mit Ernährungs umstellung und tgl. 1 Benecol auf 6 runter.
    Letzten November 2018 habe ich wieder drauflos gegessen. Kuchen Gueztli Schoggi Fleisch Pommes frits usw !! Endeffekt vor drei Wochen beim Arzt Cholesterin gesamt 9! Ich hatte jedoch tgl. Bencol eingenommen. Und das bald 1 1/2 Jahre. Warum hat das nicht mehr genützt? Wird man immun wenn man so lange tgl. Benecol einnimmt? Ich habe jetzt meine Ernährung wieder umgestellt und nehme immer noch tgl 1 Benecol.Bin im Moment ängstlich und rarlos…. Gruss Frau Möckel

    Antworten
    • Emmi Benecol
      Emmi Benecol sagte:

      Grüezi Frau Möckel
      Die tägliche Einnahme von Benecol® bzw. die darin enthaltenen Stanolester können den Cholesterinspiegel um bis zu 7-10% senken. Diese Wirkung hält an, so lange Benecol® regelmässig eingenommen wird; einen allfälligen „Gewöhnungseffekt“ gibt es nicht. Es ist auch wichtig zu wissen, dass Benecol® eine allfällige medikamentöse Therapie unterstützt, diese aufgrund seiner Wirkweise jedoch nicht ersetzen kann. Sprechen Sie also auch mit Ihrem Arzt darüber.

      Auch wenn sie Benecol® konsumieren, ist es wichtig weiterhin einen gesunden Lebensstil zu pflegen, da auch dieser die Cholesterinwerte mit beeinflusst. Dazu gehören u.a. viel Bewegung und eine ausgewogene, gesunde Ernährungsweise. Dabei sollten Lebensmittel gewählt werden, die viele Ballaststoffe und hochwertige Öle enthalten. Besonders ballaststoffreich sind Nahrungsmittel wie Salat, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Diese können cholesterinsenkend wirken. Hochwertige Öle, fettreicher Fisch und Nüsse enthalten Fettsäuren, welche sich ebenfalls positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken.

      Wir hoffen Ihnen weitergeholfen zu haben und stehen bei weiteren Fragen gerne zur Verfügung.
      Ihr Emmi-Benecol-Team

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