Ein hoher Cholesterinspiegel – Ein Risikofaktor unter vielen anderen

Ein hoher Cholesterinspiegel – Ein Risikofaktor unter vielen anderen

Cholesterin ist für den Körper lebensnotwendig. Damit dem Körper immer genügend Cholesterin zur Verfügung steht, produziert er Cholesterin zum grössten Teil selbst. Zusätzlich zur körpereigenen Produktion nehmen wir Cholesterin in geringeren Mengen auch über die Nahrung auf. Im gesunden Fall reguliert sich der Cholesterinspiegel im Körper selbst. Wenn diese Steuerung jedoch nicht mehr optimal funktioniert, führt dies zu einem erhöhten Cholesterinspiegel. Die erhöhten Cholesterinwerte sind aber nur einen Teil von vielen komplexen Vorgängen, welche unser Herz-Kreislaufsystem schlussendlich mit beeinflussen.

Cholesterin und das Risiko für unser Herz-Kreislaufsystem

Viele Einflussfaktoren beeinflussen die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aufgrund dieser Komplexität ist es wichtig, nicht nur auf das Thema Cholesterin zu fokussieren, sondern die Situation immer aus unterschiedlichen und individuellen Blickwinkeln zu betrachten. Es kann also durchaus vorkommen, dass erhöhte Cholesterinwerte ganz alleine dastehen oder aber als Teil einer vielschichtigen Krankheitsgeschichte angesehen werden. Aus diesem Grund wird neben der Familiengeschichte auch ein umfassendes Blutbild – darunter auch die Werte des LDL-Cholesterins (LDL: Low Density Lipoprotein) – in die ärztliche Risiko-Beurteilung mit eingeschlossen. Daneben sind auch der Blutdruck und Blutzucker, das Gewicht sowie weitere medizinische Parameter wie beispielsweise die Homocysteinspiegel wichtig für eine umfassende Beurteilung der weiteren Risikofaktoren. Auch die Ernährung, die genetische Veranlagung, das Alter und das Geschlecht werden dabei mitberücksichtigt.

Individuelle Therapieansätze benötigen unterschiedliche Massnahmen

Sind die Cholesterinwerte zu hoch, entscheidet der Arzt zusammen mit dem Patienten, welche Massnahmen für ihn und sein Krankheitsbild notwendig sind. Dabei kann die Therapie einer anderen Erkrankung im Vordergrund stehen oder aber auch ein Rauchstopp oder eine Gewichtsreduktion angestrebt werden. Mit dem Patienten wird auch besprochen, welchen Einfluss eine Ernährungsumstellung auf das Herz-Kreislaufsystem hat und ob ein Medikament für die Senkung des LDL-Cholesterins notwendig sein wird.

„Lifestyle Change“ – ein wichtiger und stützender Bestandteil der Therapie

Bei einer Ernährungsumstellung spielt das zugeführte Cholesterin über die Nahrung eine eher untergeordnete Rolle. Dennoch kann mit einer gezielten Ernährung das Lipidprofil als Ganzes und weitere ernährungsabhängige Risikofaktoren positiv mit beeinflusst werden. Aus diesem Grund setzen sich auch Fachgremien und Leitlinien immer wieder dafür ein, im gesamten Therapieprozess einen gesunden Lebens- und Ernährungsstil anzustreben. Dazu gehört neben körperlicher Aktivität auch eine gesunde und fettbewusste Ernährung. Leider wird dieser Umstand in der ganzen Cholesterin-Diskussion sehr oft ausgeblendet oder in seiner Komplexität missverstanden.

Gesund essen kann mehr als einfach den Cholesterinspiegel senken

Eine gesunde Ernährung mit viel Ballaststoffen aus Salat, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sowie eine Reduktion der gesättigten und trans-Fettsäuren wirkt also nicht nur cholesterinsenkend, sondern wirkt sich als Ganzes positiv auf den Körper und das gesamte Blutfettprofil aus. Zudem macht eine solche Ernährung satt und kann das Gewicht regulieren. Hochwertige Öle, fettreicher Fisch und Nüsse enthalten hochwertige Fettsäuren wie beispielsweise Omega-3-Fettsäuren, welche sich ebenfalls positiv auf das ganze Herz-Kreislaufsystem auswirken – nicht nur auf den Cholesterinspiegel. Eine ausgewogene Ernährung deckt zudem alle wichtigen Vitamin- und Mineralstoffe ab und kann so zusammen mit einem Rauchstopp und weniger Stress auch andere Einflussfaktoren auf das Herz-Kreislauf-System positiv beeinflussen. Auch andere Blutfettwerte zum Beispiel die Triglyceridwerte können mit einem reduzierten Alkoholgenuss und mit einer angepassten Kohlenhydratzufuhr ebenfalls deutlich reduziert werden. Neben einer umfassenden Ernährungsumstellung kann auch der Einsatz von Pflanzenstanolen geprüft werden. Dies entspricht auch den aktuellen Empfehlungen in unterschiedlichen medizinischen Leitlinien. Der Einsatz von Pflanzenstanolen fokussiert vor allem auf eine Senkung der Gesamt- und LDL-Cholesterinwerte. Studien zeigen, dass der tägliche Konsum von 2g Pflanzenstanolen den Cholesterinspiegel um bis zu 7-10% senken kann. Diese Senkung bleibt bestehen, solange Pflanzenstanole regelmässig eingenommen werden. Das „gute“ HDL-Cholesterin (HDL: High Density Lipoprotein) wird dabei nicht beeinflusst. Pflanzenstanole wirken auch in Kombination mit einer Statin-Behandlung. Aufgrund unterschiedlicher Wirkungsmechanismen sind die cholesterinsenkenden Wirkungen von Statinen und Pflanzenstanolen additiv.

Das Ei zum Frühstück löst noch keine atherosklerotische Erkrankung aus

Das Cholesterin ist also nicht der einzige Faktor, der die Entstehung und Entwicklung einer Artheriosklerose oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankung begünstigt. Dafür ist dieses Krankheitsbild zu komplex und die Einflussfaktoren zu vielschichtig. Aus diesem Grund müssen hohe Cholesterinwerte und ihr möglicher Einfluss auf unterschiedliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer gesamtheitlich und individuell betrachtet werden – in der Diagnose aber auch bezüglich der gewählten Therapie und den Bestrebungen richtig zu essen und seinen Lebensstil zu verbessern. Besprechen sie diese Punkte mit ihrem Arzt und diskutieren sie zusammen über Lösungswege. So werden gemeinsam geeignete Mittel und Therapieschritte gefunden, welche Herz-Kreislauf-Risiken senken und Sie schlussendlich auch zum richtigen Ziel führen.

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