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Der stille Helfer im Darm: Wie Pflanzenstanole Ihr Cholesterin senken

In meiner Praxis höre ich oft die gleiche Frage: «Gibt es nicht auch etwas Pflanzliches, das mein Herz-Kreislaufsystem unterstützt?» Die Antwort lautet: Ja. Die Natur hat dazu eine Lösung im Angebot, und zwar in Form von Vollkorngetreide, Samen wie z.B. Sonnenblumenkernen, Nüssen und Rapsöl. Die Rede ist von einer mediterranen Ernährung – und Pflanzenstanolen.

von Brigitte Christen-Hess, Ernährungsberaterin SVDE

Phytosterole, Stanole – was ist das?

Bevor wir verstehen, wie Pflanzenstanole wirken, lohnt sich kurz ein Blick auf die Familie, zu der sie gehören. 

Phytosterole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die sich oft als überraschend wertvoll für unseren Körper erweisen. Innerhalb dieser Familie unterscheidet man zwei Formen:

  • Pflanzensterole und
  • Pflanzenstanole 

Beide Strukturen sind dem Cholesterin sehr ähnlich – sie unterscheiden sich aber in ihrer Herkunft und ihren Funktionen im Körper. Beide senken nachweislich das LDL-Cholesterin im Blut. Der Unterschied liegt im Detail: Stanole werden vom Körper kaum aufgenommen und gelten deshalb als besonders gut verträglich. In Emmi Benecol® sind diese Stanole enthalten.

Der Wirkmechanismus: eine erwünschte Verwechslung

Erlauben Sie mir einen kleinen Einblick in den Stoffwechsel? Cholesterin gelangt auf zwei Wegen in unseren Blutkreislauf. Der Körper produziert es selbst, und zwar in der Leber. Und er nimmt es über die Nahrung auf – im Darm. Genau hier setzen Pflanzenstanole an.

Stanole sehen dem Cholesterin chemisch zum Verwechseln ähnlich. Im Dünndarm werden Cholesterin und Fett normalerweise von kleinen Transportkügelchen, sogenannten Mizellen, aufgenommen und ins Blut geschleust. Diese Mizellen haben aber nur begrenzten Platz. Wenn nun Pflanzenstanole gleichzeitig im Darm sind, drängen sie sich vor – sie besetzen die Plätze in den Mizellen, die eigentlich für Cholesterin reserviert wären. Das überschüssige Cholesterin? Wird einfach wieder ausgeschieden, ohne je ins Blut zu gelangen.

In meiner Praxis erkläre ich das gerne so: Stellen Sie sich den Darm wie einen vollen Bus vor. Die Cholesterin-Moleküle wollen einsteigen, aber die Stanole sitzen schon auf den Plätzen. Das Ergebnis: Es kommt schlicht weniger Cholesterin im Blutkreislauf an.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Wirksamkeit von Pflanzenstanolen konnte in rund 70 klinischen Studien bestätigt werden. Übersichtsstudien haben gezeigt: Wer täglich rund 2 Gramm Pflanzenstanole zu sich nimmt, senkt seinen LDL-Cholesterinspiegel – also das «schlechte» Cholesterin – um etwa 7 bis 10 Prozent. Diese Wirkung tritt bereits nach zwei bis drei Wochen ein und hält an, solange Pflanzenstanole täglich in ausreichender Menge eingenommen werden. Das ist  so gut belegt, dass die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) diese Aussage offiziell als sogenannten Health Claim zugelassen hat: Hersteller dürfen mit dieser cholesterinsenkenden Wirkung werben, weil sie wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Noch eindrücklicher ist die Wirkung im Rahmen einer Ernährungsumstellung: Wer Pflanzenstanole mit einer cholesterinbewussten, mediterranen Ernährung kombiniert – also weniger gesättigte Fette, mehr hochwertige Pflanzenöle und ausreichend Ballaststoffe konsumiert – kann den LDL-Wert insgesamt um bis zu 20 Prozent senken.

Auch Menschen, die bereits cholesterinsenkende Medikamente einnehmen, können von Pflanzenstanolen zusätzlich profitieren – aber das gehört unbedingt in die Hände der behandelnden Ärztin oder des Arztes.

Warum reichen 2 Gramm – und wie kommt man da hin?

Hier liegt der Knackpunkt. Pflanzenstanole sind in unserer normalen Ernährung zwar enthalten – in Vollkornprodukten, Sonnenblumenkernen, Sesam, Pflanzenölen, Nüssen – aber nur in relativ kleinen Mengen. Mit einer durchschnittlichen Mischkost nehmen wir gerade einmal 200 bis 400 Milligramm pro Tag auf. Für eine cholesterinsenkende Wirkung bräuchten wir das Fünf- bis Zehnfache.

Genau deshalb gibt es angereicherte Lebensmittel. Ein kleines Fläschchen Emmi Benecol®  liefert die exakt empfohlenen 2 Gramm – ohne Aufwand und ohne Rechnerei.

Wer noch mehr Pflanzenstanole pro Tag aufnimmt, erhöht die Wirkung übrigens nicht weiter. Die ideale Tagesmenge liegt bei einer Portion täglich – am besten zu oder nach einer Hauptmahlzeit, weil die Stanole dann gleichzeitig mit dem Nahrungscholesterin im Darm ankommen und ihre Verdrängungsarbeit leisten können.

Für wen sind angereicherte Lebensmittel mit Pflanzenstanolen geeignet – und für wen nicht?

So gut die Wirkung von Pflanzenstanolen ist: Sie sind kein Lifestyle-Produkt für alle, sondern eine gezielte Hilfe für Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten. Also für:

  • Erwachsene mit grenzwertigen oder leicht erhöhten LDL-Werten
  • Menschen, die ihre Werte ohne oder begleitend zu Medikamenten in den Griff bekommen möchten
  • Alle, die ihre Ernährung bereits umgestellt haben, aber denen das letzte Puzzlestück zum akzeptablen Cholesterinwert fehlt

Nicht geeignet sind Produkte mit Pflanzenstanolen für:

  • Schwangere und stillende Frauen
  • Kinder unter 5 Jahren
  • Menschen mit normalen Cholesterinwerten – sie brauchen die Wirkung schlicht nicht

Wenn Sie bereits cholesterinsenkende Medikamente einnehmen, sollten Sie die Einnahme von Emmi Benecol® unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Nicht, weil etwas dagegenspricht – im Gegenteil: Pflanzenstanole können ihren Cholesterinspiegel zusätzlich senken und so unter Umständen Einfluss auf die Dosierung haben. 

Mein Fazit aus der Praxis

Viele kleine Schritte unterstützen das Cholesterin-Management. Mediterraner Genuss mit wirksamen Effekten durch hochwertige Öle, Nüsse, Vollkorngetreide und ausreichend Nahrungsfasern. Und dann als gezielte Verstärkung täglich eine Portion Pflanzenstanole als Plus für die Cholesterinsenkung.

“Pflanzenstanole sind keine Wundermittel. Aber sie haben das Potenzial, wirksame Effekte gezielt zu verstärken. “

Brigitte Christen-Hess
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Zur Autorin

Brigitte Christen-Hess ist Ernährungsberaterin SVDE und berät seit über 20 Jahren Menschen mit ernährungsabhängigen Erkrankungen – darunter Fettstoffwechselstörungen und erhöhte Cholesterinwerte. Sie führt eine eigene Praxis in Luzern und ist als Ernährungsberaterin für Emmi tätig.

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